Medizinische und therapeutische Aspekte der Spielsucht
Am 4.11.2006 fand im Siemens Forum Wien unter dem Vorsitz von Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller und Prim. Univ.-Prof. Dr. Herwig Scholz sowie der Beteiligung namhafter Experten sowohl aus medizinischen als auch psychologischen Bereichen der Glücksspiel- und Spielsuchtforschung im Rahmen der interdisziplinären Veranstaltungsreihe State of the Art eine Veranstaltung mit Referaten und Diskussionen zu den medizinischen und therapeutischen Aspekte der Spielsucht vor zahlreichen Zuhörern aus dem Ärztestand statt.
Ausführlich wurden nicht nur die forensische psychiatrische Begutachtung der Spielsucht sowie Therapiestrategien bei pathogener Spielsucht in der Praxis sondern auch Fallbeispiele zum psychologischen Hintergrund der pathogenen Spielsucht vorgetragen und sodann diskutiert. Ferner wurde auch auf das aktuelle Thema der Risikofaktoren bei Sportwetten und Automatenspiel sowie auf Möglichkeiten der medikamentösen Behandlungen bei Spielsüchtigen ausführlich eingegangen.
Im Rahmen der Vortragsreihe wurde schließlich auch vom Projektassistent des Zentrums für Glücksspielforschung bei der Universität Wien und freiem Mitarbeiter der Rechtsanwaltskanzlei Auteried & Partner, Dr. Ronald Bresich LL.M, über die „Rechtlichen Vorkehrungen zur Eindämmung der Spielsucht“ ausführlich referiert, wobei das Hauptaugenmerk auf der Judikatur zum § 25 Abs 3 Glücksspielgesetz (GSpG) in der alten Fassung und der Novellierung dieser für den Spielerschutz maßgeblichen Bestimmung gelegen ist.
Als eine der elementarsten Erkenntnisse dieser Veranstaltung ist sowohl aus rechtlicher wie auch aus psychologischer Sicht unbedingt hervor zu heben, dass pathogen spielsüchtige Spieler nicht „automatisch“ von den psychologischen Sachverständigen und Gerichten als geschäftsunfähig angesehen werden dürfen. Vielmehr kann eine Geschäftsunfähigkeit bei pathogen Spielsüchtigen nur dann eintreten, wenn noch weitere schwere, psychische Störungen zur pathogenen Spielsucht dazu treten.
Quellen: Medizin Akademie, http://www.medizin-medien.info/dynasite.cfm?dssid=4336&dsmid=63818
(22.11.2006).
Zum Autor: Dr. Ronald Bresich LL.M. ist freier Mitarbeiter der Rechtsanwaltskanzlei Auteried & Partner und Projektassistent an der Universität Wien, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht/Zentrum für Glücksspielforschung. Weitere Aufsätze zum Themenbereich Glücksspielrecht und Glücksspielmonopol sind online auf www.univie.ac.at/zfg abrufbar.
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